Was kostet Ihre Verpackung wirklich?
Ein Karton kostet 80 Cent. Das Füllmaterial 22 Cent. Klebeband noch ein paar Cent.
Also kennen wir die Verpackungskosten.
Oder?
Nicht ganz.
Denn der Einkaufspreis des Materials ist nur der sichtbarste Teil der Rechnung.
Eine Verpackung muss bestellt, geliefert, eingelagert, zum Packplatz gebracht, verarbeitet und später teilweise wieder entsorgt werden. Mitarbeiter benötigen Zeit dafür. Und wenn eine Verpackung ihre wichtigste Aufgabe nicht erfüllt, entstehen Schäden und Retouren.
Wer Verpackungslösungen wirklich vergleichen möchte, sollte deshalb nicht nur den Materialpreis betrachten.
Sondern die Total Cost of Packaging.
Die eigentliche Verpackungsrechnung
Vereinfacht lässt sie sich so darstellen:
Material
+ Packzeit
+ Beschaffung
+ Lager
+ Entsorgung
+ Schäden / Retouren
+ Handling
+ Kapitalbindung
= Total Cost of Packaging
Nicht jeder dieser Kostenblöcke ist bei jedem Unternehmen gleich wichtig.
Aber genau darin liegt der Nutzen der Betrachtung.
1. Material: die offensichtlichste Zahl
Diesen Kostenblock kennt fast jedes Unternehmen.
Karton, Polsterung, Folie, Papier, Klebeband, Versandtasche.
Materialpreise lassen sich hervorragend vergleichen – und genau deshalb konzentriert sich der Einkauf häufig darauf.
Nur sagt beispielsweise ein Preis von 20 Cent pro Meter noch wenig darüber aus, wie viel Material pro fertigem Paket tatsächlich benötigt wird.
Entscheidend ist deshalb nicht nur:
„Was kostet ein Meter?“
Sondern:
„Was kostet das Material pro fertig verpackter Einheit?“
2. Packzeit: 30 Sekunden sind wenig – bis sie sich 10.000-mal wiederholen
Material holen. Abrollen. Zuschneiden. Wickeln. Fixieren. Füllmaterial nachlegen.
Diese Schritte können jeweils nur Sekunden dauern.
Bei hohen Stückzahlen werden daraus Stunden.
Deshalb kann eine Verpackung, die im Einkauf etwas mehr kostet, insgesamt trotzdem günstiger sein, wenn sie mehrere Arbeitsschritte eliminiert.
Ein Beispiel sind vorgefertigte Wabenpapier-Schutzhüllen für Flaschen oder andere empfindliche Produkte.
Statt Material individuell abzuschneiden und um ein Produkt zu wickeln, wird die passende Hülle direkt übergezogen.
Die interessante Kennzahl ist damit nicht nur der Preis der Hülle.
Sondern die Zeit für ein vollständig verpacktes Produkt.
3. Beschaffung: Auch Bestellen kostet
Verpackungsmaterial bestellt sich nicht von selbst.
Verbräuche müssen überwacht, Bestände geprüft, Bestellungen ausgelöst, Lieferungen angenommen und Rechnungen verarbeitet werden.
Je mehr unterschiedliche Materialien ein Verpackungsprozess benötigt, desto höher kann dieser indirekte Aufwand werden.
Eine Lösung, die mehrere Arbeitsschritte oder Materialien kombiniert, kann deshalb auch dann interessant sein, wenn die reine Materialersparnis überschaubar ist.
4. Lager: Luft braucht erstaunlich viel Platz
Verpackungsmaterial besitzt häufig eine unangenehme Eigenschaft:
Es ist voluminös.
Füllmaterial, fertige Polster oder große Rollen benötigen Lagerfläche und Platz direkt am Packbereich.
Dieser Raum steht dann für andere Materialien oder Tätigkeiten nicht mehr zur Verfügung.
Deshalb lohnt sich bei größeren Volumen die Frage:
Muss das Verpackungsmaterial fertig gelagert werden – oder kann es erst dort entstehen, wo es benötigt wird?
On-Demand-Lösungen können genau hier interessant werden.
5. Entsorgung: Das Ende eines Materials kostet ebenfalls
Material kommt ins Unternehmen.
Irgendwann verlässt es das Unternehmen wieder.
Dazwischen kann es Kosten verursachen.
Kartons werden beispielsweise mit eingehender Ware angeliefert, ausgepackt, gesammelt und anschließend entsorgt.
Interessant wird es, wenn sich ein Teil dieses Materials noch einmal nutzen lässt.
Genau auf dieser Logik basiert beispielsweise der CartonJet: geeignete vorhandene Kartonage kann zu Polstermaterial für den eigenen Versand weiterverarbeitet werden.
Damit verändert sich die Rechnung gleich an mehreren Stellen:
weniger zu entsorgende Kartonage und potenziell weniger extern einzukaufendes Polstermaterial.
6. Schäden und Retouren: Die teuerste Verpackung kann die sein, die nicht funktioniert
Verpackung soll Kosten reduzieren.
Aber ihre wichtigste Aufgabe bleibt der Produktschutz.
Eine Lösung, die einige Cent einspart, gleichzeitig aber häufiger beschädigte Ware verursacht, ist wirtschaftlich selten eine gute Lösung.
Denn zu einem Schaden gehören nicht nur die Produktkosten.
Hinzu kommen beispielsweise:
· Bearbeitung der Reklamation
· Ersatzversand
· erneute Verpackung
· Rücktransport
· Arbeitszeit
· möglicherweise verlorene Kunden
Deshalb sollte Produktschutz nie isoliert vom Preis betrachtet werden.
7. Handling: Wie einfach funktioniert die Lösung im Alltag?
Manche Verpackungslösungen funktionieren auf dem Papier hervorragend – aber nicht am Packplatz.
Material muss gesucht werden. Rollen müssen gewechselt werden. Produkte sind unterschiedlich groß. Der Arbeitsplatz wird unübersichtlich.
Genau hier zeigt sich, warum ein Praxistest häufig mehr aussagt als ein reiner Preisvergleich.
Die beste theoretische Lösung hilft wenig, wenn sie im Alltag umständlich ist.

8. Kapitalbindung: Verpackungsmaterial liegt nicht kostenlos im Regal
Große Bestellmengen können einen attraktiven Stückpreis ermöglichen.
Sie bedeuten aber gleichzeitig:
Das Material ist bezahlt – und wartet im Lager darauf, verwendet zu werden.
Je größer die Bestände, desto mehr Kapital ist gebunden.
Das muss kein Problem sein. Bei regelmäßigem Verbrauch kann eine große Bestellung sehr sinnvoll sein.
Aber auch dieser Faktor gehört in eine vollständige Betrachtung.
Warum der billigste Stückpreis nicht automatisch die günstigste Lösung ist
Nehmen wir zwei Verpackungslösungen.
Lösung A: Materialkosten: 0,35 €Packzeit: 90 Sekunden
Lösung B: Materialkosten: 0,48 €Packzeit: 45 Sekunden
Auf der Einkaufsliste ist Lösung A eindeutig günstiger.
Bei 10.000 Verpackungen beträgt der Materialvorteil:
1.300 €
Gleichzeitig benötigt Lösung A in diesem vereinfachten Beispiel 125 zusätzliche Arbeitsstunden.
Plötzlich ist die Entscheidung nicht mehr ganz so eindeutig.
Und wir haben Lager, Handling, Schäden und Beschaffung noch gar nicht berücksichtigt.
Genau deshalb ist der Stückpreis wichtig.
Aber er ist nicht die ganze Rechnung.
Die bessere Frage beim nächsten Verpackungsvergleich
Fragen Sie beim nächsten Angebot deshalb nicht nur:
„Was kostet das Material?“
Ergänzen Sie fünf Fragen:
Wie viel davon benötigen wir pro Paket?
Wie lange brauchen wir zum Verpacken?
Wie viel Platz benötigt die Lösung?
Welche zusätzlichen Arbeitsschritte entstehen?
Und was kostet uns der gesamte Prozess pro versendeter Einheit?
Damit wird aus einem Preisvergleich eine wirtschaftliche Entscheidung.
Vom Kostenmodell zum Praxisbeispiel
Die Total Cost of Packaging helfen dabei, Verpackungsprozesse strukturiert zu betrachten.
Besonders spannend wird es, wenn mehrere dieser Kostenblöcke in einer konkreten Anwendung gleichzeitig zusammenkommen.
Wie mehrere dieser Kostenblöcke bei einer Verpackungsmaschine zusammenkommen können, zeigt unser CartonJet-Rechenbeispiel, im nächsten Blog-Artikel der kommenden Woche.
Wenn Sie zunächst einen Schritt zurückgehen möchten:
Warum Verpackung überhaupt stärker als wirtschaftlicher Prozess und nicht nur als Materialfrage betrachtet werden sollte, zeigen wir in unserem grundlegenden Beitrag hier.
Möchten Sie Ihre Total Cost of Packaging einmal überschlagen?
Dafür benötigen wir keine wochenlange Prozessanalyse.
Mit einigen Informationen zu Versandvolumen, eingesetztem Verpackungsmaterial und Ihrem heutigen Ablauf lässt sich meist bereits erkennen, wo relevante Kosten entstehen.
Wir schauen uns gerne gemeinsam mit Ihnen an, welche Verpackungslösung zu Ihrem Prozess passt – mit Maschine oder ohne. Sprechen Sie uns gerne an - die Kontaktmöglichkeiten finden Sie unter Kontakt.
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