Aus Altkarton wird Verpackungsmaterial: Wann sich ein CartonJet rechnen kann
Im Wareneingang werden Kartons ausgepackt.
Im Versand wird Füllmaterial eingekauft.
Dazwischen liegen vielleicht nur 30 Meter Lagerhalle.
Betriebswirtschaftlich sind es trotzdem häufig zwei vollkommen getrennte Prozesse.
Auf der einen Seite bezahlt ein Unternehmen dafür, Kartonage zu beschaffen, zu sammeln und irgendwann zu entsorgen.
Auf der anderen Seite kauft dasselbe Unternehmen Material ein, um seine eigenen Versandkartons zu polstern.
Genau an dieser Stelle wird der CartonJet interessant.
Denn geeignete vorhandene Kartonagen können weiterverarbeitet und als Polstermaterial erneut genutzt werden.
Aber lohnt sich dafür eine Maschine?
Das lässt sich rechnen.

Ein vereinfachtes Praxisbeispiel
Nehmen wir ein mittelständisches Unternehmen mit regelmäßigem Ersatzteilversand.
Die folgenden Werte sind bewusst ein Rechenbeispiel und kein behaupteter Kundencase.
Das Unternehmen verschickt:
1.200 Pakete im Monat.
Bei ungefähr 70 Prozent der Sendungen wird zusätzliches Füll- oder Polstermaterial benötigt.
Das sind:
840 Pakete pro Monat.
Für das bisherige Polstermaterial entstehen durchschnittlich Kosten von 0,55 € je betreffender Sendung.
Damit liegen die monatlichen Materialkosten bei:
840 × 0,55 € = 462 €
Oder:
5.544 € pro Jahr.
Bis hierhin sieht man nur den Einkauf.
Jetzt schauen wir auf die andere Seite der Halle.
Gleichzeitig fällt Kartonage an
Durch eingehende Warenlieferungen entstehen regelmäßig gebrauchte Wellpappkartons.
Sie werden gesammelt, zerkleinert beziehungsweise bereitgestellt und über die bestehende Entsorgung abgeführt.
Nehmen wir für unser Beispiel an, dass sich der direkt zurechenbare Aufwand für Entsorgung und Handling auf durchschnittlich
120 € pro Monat
beläuft.
Damit haben wir eine interessante Situation:
Das Unternehmen gibt monatlich
462 € für neues Polstermaterial
aus und gleichzeitig weitere
120 € für den Umgang mit einem Material, das bereits im Unternehmen vorhanden ist.
Zusammen:
582 € pro Monat
Das heißt noch nicht, dass ein CartonJet automatisch 582 € spart.
Aber jetzt haben wir eine wirtschaftlich interessante Ausgangslage.
Was verändert sich mit dem CartonJet?
Geeignete Kartonage wird nicht direkt entsorgt, sondern zu Polstermaterial weiterverarbeitet.
Nehmen wir konservativ an, dass damit 70 Prozent des bisher zugekauften Polstermaterials ersetzt werden können.
Aus 462 € monatlichen Materialkosten werden rechnerisch nur noch rund:
139 €
Ersparnis beim Zukauf:
323 € pro Monat
Zusätzlich nehmen wir an, dass sich der zurechenbare Entsorgungs- und Handlingaufwand für Kartonage um lediglich
60 € pro Monat reduziert.
Damit läge der zunächst sichtbare wirtschaftliche Effekt bei:
323 € + 60 € = 383 € pro Monat
beziehungsweise:
4.596 € pro Jahr
Davon müssen natürlich noch die laufenden Kosten der Maschine sowie die tatsächlichen betrieblichen Rahmenbedingungen berücksichtigt werden.
Aber jetzt lässt sich eine sinnvolle Entscheidung treffen.
Jetzt können wir über Amortisation sprechen
Die entscheidende Frage ist plötzlich nicht mehr:
„Was kostet die Maschine?“
Sondern:
„Wie viel von unseren heutigen laufenden Kosten kann sie ersetzen?“
Die vereinfachte Rechnung lautet:
Investitionskosten ÷ monatlicher wirtschaftlicher Vorteil = Amortisationszeit
Angenommen, eine passende Maschine inklusive der für den Betrieb notwendigen Ausstattung würde in einem Beispiel 2.500 € kosten.
Bei einem rechnerischen Vorteil von 383 € monatlich ergäbe sich:
2.500 € ÷ 383 € = rund 6,5 Monate
Nach diesem Zeitpunkt wäre die ursprüngliche Investition rechnerisch verdient.
Noch einmal wichtig:
Das ist keine pauschale Aussage über die Amortisation eines CartonJet.
Bei einem Unternehmen können es wenige Monate sein.
Bei einem anderen deutlich länger.
Und bei einem Betrieb mit sehr niedrigem Verpackungsvolumen kann eine solche Maschine wirtschaftlich auch schlicht noch keinen Sinn ergeben.
Genau das sollte eine gute Wirtschaftlichkeitsbetrachtung herausfinden.
Und die Arbeitszeit?
Hier wird häufig zu schnell gerechnet.
Man könnte behaupten, dass eine Maschine grundsätzlich Arbeitszeit spart.
Das wäre aber nicht seriös.
Denn vorhandene Kartonage muss ebenfalls gehandhabt und durch die Maschine verarbeitet werden.
Ob dabei tatsächlich Arbeitszeit eingespart wird, hängt vom bisherigen Prozess ab.
Interessanter können andere Effekte sein:
· weniger Nachbestellungen von Polstermaterial
· weniger Lagerbestand
· geringerer Bedarf an fertig angeliefertem Füllmaterial
· weniger Kartonage in der Entsorgung
· vorhandenes Material wird ein zweites Mal genutzt
· Verpackungsmaterial kann bedarfsgerecht erzeugt werden
Diese Punkte lassen sich anschließend für den konkreten Betrieb bewerten.
Wann ist ein CartonJet besonders interessant?
Drei Voraussetzungen machen die Rechnung grundsätzlich interessant:
1. Es fällt ausreichend geeignete Kartonage an
Wer kaum Kartons erhält, besitzt auch wenig Ausgangsmaterial.
2. Gleichzeitig wird regelmäßig Polster- oder Füllmaterial eingekauft
Je höher dieser Verbrauch ist, desto größer ist der potenzielle wirtschaftliche Hebel.
3. Es gibt ein ausreichendes Versandvolumen
Eine Maschine muss genutzt werden, damit sich eine Investition amortisieren kann.
Sind diese drei Faktoren vorhanden, lohnt sich zumindest eine genauere Betrachtung.
Und wann würden wir eher davon abraten?
Auch das gehört für uns dazu.
Wenn ein Unternehmen beispielsweise nur wenige Pakete pro Woche verschickt, kaum Kartonage anfällt oder nahezu kein Füllmaterial benötigt wird, wäre eine Maschine möglicherweise unnötig.
Dann können direkt einsetzbare Lösungen wie Wabenpapier-Spenderboxen, Wabenpapierschutzhüllen oder andere Schutzverpackungen sinnvoller sein.
Eine Maschine ist nicht automatisch die bessere Verpackungslösung.
Die wirtschaftlich passende Lösung ist die bessere Lösung.
Zurück zur grundlegenden Logik
Der CartonJet ist ein gutes Beispiel dafür, wie Verpackung wirtschaftlich gedacht werden kann.
Die eigentliche Grundlage liegt aber tiefer:
· in der Frage, wie Verpackung den Prozess beeinflusst
· und in der Frage, wie sich diese Auswirkungen als Total Cost of Packaging bewerten lassen
Wenn Sie diese beiden Grundlagen zuerst lesen möchten, finden Sie sie hier:
Warum Verpackung mehr können sollte, als nur ein Produkt zu schützen: Link zum Artikel
Wie sich Verpackungskosten als Total Cost of Packaging strukturieren lassen: Link zum Artikel
Möchten Sie wissen, ob die Rechnung bei Ihnen funktioniert?
Dafür benötigen wir im ersten Schritt nur wenige Informationen:
· ungefähres Versandvolumen pro Monat
· heutiges Füll- beziehungsweise Polstermaterial
· ungefährer Verbrauch oder Einkaufswert
· Menge der anfallenden Kartonage
Damit lässt sich bereits grob einschätzen, ob ein CartonJet für Ihren Betrieb wirtschaftlich interessant sein könnte.
Und wenn die Rechnung nicht aufgeht, sollte die Konsequenz genauso klar sein:
Dann brauchen Sie aktuell keine Maschine.
SelectPack – einfach verpacken.



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